Heilpflanzen
Aber nicht nur Bäume und Tiere beherbergt der Wald, auch Heilpflanzen sind dort zu finden. Gerade in der heutigen Zeit haben Heilpflanzen eine nicht geglaubte Renaissance erfahren. Was bei aller Begeisterung natürlich nötig ist, ist eine gründliche, nicht oberflächliche Kenntnis der Pflanzen, ansonsten kann diese Begeisterung sehr schnell umschlagen in Ungemach. Bei der Auswahl von falschen Heilpflanzen, oder noch schlimmer, mit einer Verwechselung von giftigen Pflanzen kann schlimmes passieren. Um hier keine schwerwiegenden Fehler beim Sammeln der Heilpflanzen zu machen, sollten sich Interessierte ein aktuelles Heilpflanzenlexikon zulegen. Hier sind alle Heilpflanzen, die auf Wiesen, Wegen und Wäldern wachsen, mit Bild und ausführlicher Erklärung aufgeführt.
Es reicht aber nicht, nur das Foto zu vergleichen. Die vermeintlich identifizierte Heilpflanze muss auch in allen beschriebenen Merkmalen und Angaben zum Standort verglichen und verifiziert werden. Sollte der kleinste Zweifel an der Echtheit der Heilpflanze bestehen, sollte man die Finger von der Pflanze lassen. Heilpflanzen können gerade in den Bereich der leichten und mittelschweren Beschwerden, wie Erkältungskrankheiten, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und anderen Krankheiten, zur ärztlichen Therapie hinzuziehen. Man sollte von der Heilpflanze keine schnellen Wunder erwarten. Meistens dauert eine Behandlung mit Heilpflanzen eine Zeitlang. Leider werden auch die Heilpflanzen in unseren Regionen immer weniger, so dass viele Pflanzen schon ausgestorben sind oder auf dem Weg dahin. Heilpflanzen, die selten und fast dem aussterben nahe sind, dürfen natürlich auf keinen Fall gepflückt werden.
Da es unser aller Anliegen sein muss, die Natur zu schonen, sollten die Pflanzen nur dort gesammelt werden, wo sie auch reichhaltig vorhanden ist. Eine Sammlung kann in unebenen Gebieten erfolgen, deshalb sollte man trittfestes Schuhwerk besitzen und vorsichtig das Gelände erkunden, nicht dass man noch seine private Unfallversicherung in Anspruch nehmen muss. Pflanzen, die unter Naturschutz stehen, scheiden aus der Sammlung selbstverständlich aus, genauso wie Pflanzen, deren Bestimmung nicht eindeutig ist, Pflanzen, die dreckig sind und Pflanzen, die an Straßenrändern wachsen und von Autoabgasen verunreinigt werden. Wenn man einen Hund bei der Sammlung dabei hat, sollte man auf jeden Fall, außer der Privathaftpflichtversicherung für eigen verursachte Schäden, auch eine Hundehaftpflicht besitzen. Einen tieferen Einblick in die Heilpflanzen, wie man sie erkennt und verantwortungsvoll sammelt, geben einen die vielen Lexika und Berater, die es über Heilpflanzen in den Buchhandlungen oder im Internet gibt. Zu empfehlen ist auch eine Führung von einer Kräuter- oder Heilpflanzenspezialistin. Diese Führungen sind bestimmt auch in Ihrer Nähe und vermitteln eine Menge Wissen und Spaß der Materie.
